Gerra

Auch Freundschaften auf Distanz können wohltuend sein

Freundschaften sind in unserem Leben ein wichtiger Bestandteil. Denn sie bereichern und unterstützen uns, bringen Lebensfreude und können uns sogar einfach glücklicher machen. Doch oft beschränken wir uns nur auf Menschen, die in unserer unmittelbaren Nähe leben. Dabei kann aber auch eine Freundschaft auf Distanz sehr schön und hilfreich sein, wenn sie gepflegt wird.

Von solch einer Freundschaft, die mir sehr viel bedeutet hat, möchte ich hier gern schreiben.

Vor 28 Jahren hatte ich als Single das Gefühl, ich könnte mehr Hautkontakt gebrauchen. Und just in der Zeit fiel mir die Werbung für einen 14 tägigen Massage Kurs in der Schweiz in die Hände. Es ging um die hawaiianische Lomi Lomi Nui Massage. Das fand ich einfach spannend, interessant und ich war neugierig. Sie war damals ja auch noch nicht so alltäglich.

Die zwei Wochen waren tatsächlich nicht alltäglich und haben mir so einiges an Toleranz abverlangt. Aber die Massage war und ist einfach toll und wir haben wirklich viel gelernt. Diese Zeit war schon deshalb ihr Geld wert. Doch für mich gab es noch eine Besonderheit. Nämlich den Beginn einer sehr schönen Freundschaft mit Dorothea aus Bern. Wir haben uns sofort gut verstanden, trotz unserer komplett unterschiedlichen Lebensgestaltung.

Dorothea hat 5 Kindern das Leben geschenkt, hat einige Jahre in Lambarene gelebt (ihr Mann ist noch von Albert Schweizer eingestellt worden) und hat später begonnen mit Fußreflexzonenmassagen ihr eigenes Geld zu verdient. Ihre Ehe war wirklich nicht einfach, aber sie ist nicht gegangen, sondern hat sich um Kinder und Enkel gekümmert und um sich selbst. Und so hat sie mit Mitte 60 die hawaiianische Massage gelernt.

Sie war sehr naturverbunden, hat gesund gelebt und sich einen dazu passenden kleinen Freundeskreis aufgebaut. Auch für sie war es eine große Freude als die Familie entschieden hat, dauerhaft ein 200 Jahre altes Haus am Lago Maggiore, nur 20 m vom Strand entfernt, zu mieten. Als Ferienhaus. In erster Linie für die Zeiten, die zum Schwimmen im See einladen. Dazu muss ich aber sagen, Dorothea ist zu fast allen Zeiten schwimmen gegangen.

Dort am See haben wir gemeinsam schöne Zeiten verlebt. Und toll war, dass ich das Haus auch allein nutzen konnte. Mit dem Auto waren wir in 4 ½ Std. am Wasser und konnten auf die Lichter von Ascona schauen. Diese Atmosphäre haben meine Tochter und ich sehr geliebt.

Es ist jetzt genau ein Jahr her, dass ich die traurige Nachricht erhalten habe, dass Dorothea ihrem zwei Jahre zuvor verstorbenen Mann gefolgt ist.

Warum ich das jetzt und an dieser Stelle schreibe? Das möchte ich gern später erklären, denn es wird hier sonst zu lang.

 

 

Bildnachweis: © Privat

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